Manipulierte Bilder über Schüleraccounts versandt

Liebe Eltern und Erziehungsberechtigte, liebe Schülerinnen und Schüler,

die Polizei Oldenburg informiert aktuell über einen ernsten Vorfall an Oldenburger Schulen. Über einen oder mehrere Schüleraccounts wurden Nachrichten mit manipulierten Bildern von Kindern und Jugendlichen (Deepfakes) verschickt. Teilweise enthielten die Nachrichten auch Gewaltandrohungen und Aufforderungen zur Selbstverletzung. Die Polizei ermittelt, wir bitten Sie deshalb dringend um Ihre Unterstützung. Bitte gehen Sie noch heute gemeinsam mit Ihrem Kind folgende Schritte durch:

1. Sprechen Sie mit Ihrem Kind.

Fragen Sie, ob es in den vergangenen Tagen ungewöhnliche oder verstörende Nachrichten, Bilder oder Videos erhalten oder gesehen hat. Fragen Sie auch, ob es von entsprechenden Vorfällen bei anderen Schülerinnen und Schülern weiß.

2. Prüfen Sie gemeinsam die digitalen Accounts.

Schauen Sie in das schulische E-Mail-Konto (IServ), Messenger-Dienste und Social-Media-Accounts. Wurden vom Account Ihres Kindes Nachrichten verschickt, die Ihr Kind nicht selbst versendet hat?

3. Bei Auffälligkeiten: nichts weiterleiten, nichts herunterladen und zunächst nichts löschen.

Verdächtige Nachrichten, Bilder oder Videos nicht teilen oder weiterschicken. Verdächtige Nachrichten nicht löschen! Sie sind für die Ermittlungen wichtig!

4. Accounts sofort schützen.

Wenn der Verdacht besteht, dass jemand Zugriff auf einen Account hatte, ändern Sie sofort das Passwort. Nutzen Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Zugangsdaten dürfen niemals an andere Personen weitergegeben werden!

5. Jede Auffälligkeit sofort melden.

Bitte melden Sie jede Auffälligkeit unverzüglich sowohl der Klassenleitung als auch der Polizei. Entscheiden Sie nicht selbst, ob ein Inhalt möglicherweise nur ein „Scherz“ ist oder strafrechtliche Bedeutung hat. Bei einer akuten Gefahr wählen Sie 110.

Bitte nehmen Sie diese Bitte sehr ernst und führen Sie das Gespräch mit Ihrem Kind noch heute. Auch das Erstellen, Verändern und Weiterverbreiten manipulierter Bilder kann für die betroffenen Kinder und Jugendlichen schwerwiegende Folgen haben und strafrechtlich relevant sein.

Nur wenn Schule, Eltern und Polizei schnell Informationen erhalten, können wir gemeinsam reagieren und unsere Schülerinnen und Schüler schützen.

Pressemitteilung (Link)

Vielen Dank für Ihre schnelle und verantwortungsvolle Unterstützung,

mit freundlichen Grüßen

S v e n W i n k l e r

(Schulleiter)